Wollaufbereitung

Nun, wenn es bei uns um Wollaufbereitung geht, sprechen wir von den Fasern heimischer Tiere, die meist in ganz kleinen Gruppen irgendwo in der Region hinterm Haus gehalten werden, um das Gras im Garten kurz zu halten (keine Ahnung, ob das „Määäh“ und der Mäher irgendwie verwandt sind.) Sie werden einmal pro Jahr geschoren, die Wolle wird weg geworfen. Ein nachwachsender Rohstoff, der vor noch nicht allzu langer Zeit die Lebensgrundlage vieler Menschen war.

In kleinen Mengen – von etwa jeweils zwei bis vier Tieren verarbeiten wir die Fasern von Hand. Nach der Schur wird die Rohwolle aufbereitet, später kardiert und für die Arbeit am Spinnrad bereit gestellt.

Wolle ist nicht gleich Wolle – das weiß jeder der sich mit diesem Material näher befasst. Die erste Frage, die ich von Interessenten gestellt bekomme, dreht sich darum, ob die Wolle kratzt. Selten will jemand etwas über die Herkunft oder gar über die Art und Weise der Tierhaltung wissen, oder etwas über die Aufbereitung der Fasern erfahren.

Ob die Wolle am Ende kratzig ist, liegt zum einen an den Schafen selbst. Die Rassen, die hierzulande leben, haben nun mal nicht die gleichen hauchzarten Fasern, wie z. B. die der auf Wollertrag gezüchteten Merinoschafe in Neuseeland. Zum anderen liegt es auch an der Verarbeitung. Die Industrie bedient sich so einiger „Tricks“ bei der Faserverarbeitung, um das Material gefügig zu machen.

Wie in alter Zeit „erlebt“ bei uns die Wolle auf ihrem Weg vom Schaf bis zum Pullover ihre Verwandlung nach althergebrachter Weise in traditionellen Verarbeitungsmethoden.

Ohne Strom und Fließendwasser erfolgt diese Tätigkeit in zeit- und kraftaufwändiger Handarbeit. Die Wolle wird gereinigt, entfettet, gekämmt und zum Teil auch mit unseren selbst angebauten oder gesammelten Färberpflanzen nach uralten Rezepten von Hand gefärbt. So entsteht die Einzigartigkeit des Materials, was wir dann in unseren Lädchen zum Verkauf anbieten oder am Spinnrad selbst verarbeiten.

Da wir auf alle chemischen „Veredlungs“- Methoden verzichten, ist unsere handgemachte Wolle eben nicht immer ganz „kratzfrei“, sie ist daher eher für Stücke geeignet, die nicht direkt auf der Haut getragen werden, also ideal für Westen, Jacken, Taschen, Kissen, Decken und ähnliches. Wir bieten diese Wolle in Endlos - Spinnband, teilweise auch als Vlies an, so dass nach individuellem Bedarf genau die Menge erworben werden kann, die für Hobby und Handarbeit benötigt wird. Da es sich bei unseren Waren um Naturprodukte handelt, kann es mitunter abweichende Farb- und Mengenzusammensetzungen geben.

Gerade in ihren Naturfarben besitzt unsere Wolle einen ganz besonderen Charme, den ausgesprochene Woll-Liebhaber durchaus zu schätzen wissen. Die etwas gröberen Fasern sind übrigens auch bestens für die ersten Schritte am Spinnrad geeignet. Ich verwende sie gern in den Spinnkursen für Anfänger.

       

   (Fotos folgen)